Der Dom St. Petri in Bautzen: katholisch & evangelisch zugleich

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Bautzen: das Rathaus mit dem Dom im Hintergrund

Der Dom St. Petri zu Bautzen ist eine der ältesten und größten Simultankirchen Deutschlands. Als Simultankirche wurde der Dom nachweislich seit 1524 genutzt: die Sakristei und Orgelempore waren evangelisch – der Chor und die erste Empore unter katholischer Führung.

Insgesamt gibt es noch 64 andere solcher simultan genutzter Kirchen in Deutschland. Die meisten stehen in Rheinland-Pfalz (29), dicht gefolgt von Bayern (19). Baden-Württemberg und Niedersachsen können jeweils vier Simultankirchen vorweisen. In Nordrhein-Westfalen gibt es drei, in Hessen und in Sachsen-Anhalt jeweils zwei sowie eine im Saarland.

Baugeschichte des Domes

Bereits um das Jahr 1000 ließ Graf Eido von Rochlitz an der Stelle des heutigen Domes eine erste Pfarrkirche für die deutsche Burgbesatzung errichten. Nach 1213 folgte die Gründung des Kollegiatstiftes St. Petri und im Jahr 1221 wurden der Chor des Baus und die Petrikirche als Stadt- und Stiftskirche eingeweiht. Erst 1430 erhielt der Dom seine heutige Gestalt. 1456/63 wurde der spätgotische Hallenbau um ein südlich gelegenes Schiff erweitert. Nach dem großen Stadtbrand von 1634 wurde das Innere im barocken Stil gestaltet, 1664 wurde der Turm mit einer Barockhaube versehen. mehr


Normandie – eine der schönsten historischen Provinzen Frankreichs

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Französischer Käse aus der Normandie

Schlemmen wie Gott in Frankreich. Die Normandie hat eine exzellente Küche, sie ist vor allem für ihre drei großen C’s bekannt. Das sind Camembert, Calvados und Cidre. Natürlich gibt es noch weitere Köstlichkeiten, so zum Beispiel den Crêpe Normande, mit Zucker und Sahne sowie eventuell mit Apfelringen bedeckte Crêpes, welche mit Calvados am Tisch flambiert werden.
Genießen Sie die einzigartige Landschaft der Normandie, wo auch die einzigartige Schule des Impressionismus entstanden ist.
Hier können Sie an jeder Ecke Geschichte entdecken, von Wilhelm dem Eroberer über die Nationalheilige Jeanne d’Arc und den Wikingeranführer Rollo. mehr


Portugal: auf den Spuren von Vasco da Gama

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Lissabon - Blick vom Castelo de São Jorge auf die Ponte de 25 Abril

Portugal, oder besser die Portugiesisch Republik, liegt im Südwesten der Iberischen Halbinsel. Im Westen und Süden grenzt der Atlantischen Ozean, im Osten und Norden Spanien. Zum Land gehören die faszinierenden Inseln der Azoren und die “Frühlingsinsel” Madeira. Fernando Pessoa schrieb einmal über seine Heimat: “Was wir sind, können Worte oder Bücher nicht ausdrücken.” Recht hat er, denn wenn man in Portugal auf Entdeckungsreise geht, begegnen einem im Norden, schroffe Berggipfel, entlegene Schluchten und terrassenförmig angelegte Weinberge, bis hin zu unberührten Stränden und sanften Hügeln im Süden.

 

 

Vasco da Gama

Kloster im Stadtteil Belém

Eine der berühmtesten Persönlichkeiten Portugals ist Vasco da Gama, geboren um 1469 in Sines und gestorben am 24. Dezember 1524 in Indien – er war der Entdecker des Seeweges nach Indien. Auf seiner Entdeckungsreise verließ er am 8. Juli 1497 den Hafen Restolo in Lissabon mit seinem Flaggschiff. Er segelte durch den Atlantik, erreichte am 4. November mit seiner kleinen Flotte die St.-Helena-Bucht an der Westküste Südafrikas, umfuhr das Kap der Guten Hoffnung und landete am 25. November in der Mosselbaai. Nach einem weiteren Stopp in Mombasa erreichte am 20. Mai 1498 das erste europäische Schiff Indien, es wurde ein Handelsvertrag mit dem Zamorin von Calicut abgeschlossen und am 8. Oktober stach das Schiff voll beladen mit kostbaren Gewürzen die Heimreise an. Vasco da Gama landete am 9. September im Hafen von Lissabon – ein triumphaler Empfang wurde ihm daraufhin bereitet. mehr


Josef Chochol und der tschechische Kubismus

Josef Chochol, tschechischer Architekt, Autor und Designer, gehörte ab 1910 zu der Gruppe junger Architekten und Kunsthandwerker um Pavel Janák, Josef Gočar und Vlastislav Hofmann, die den besonderen Stil des tschechischen Kubismus begründeten. Chochol vertrat mehr als andere mit dem Kubismus die Negation der Tradition in der Architektur. Er pflegte in seinen Entwürfen einen schnörkellosen, asketischen Stil. Seine architektonische Handschrift zeichnet sich durch Dynamik, großzügige Formen und die Negierung des Ornaments aus.

Prag - Vyšehrad

Zu den bedeutendsten Werken Chochols gehören die nach seinen Entwürfen 1912-13 entstandenen Ein- und Mehrfamilienhäuser unterhalb des Prager Vyšehrad. Besonders das Dreifamilienhaus an der Rašínovo nábřeží 42/6-10, weist eine ausgeprägte kubistisch gestaltete Fassade auf. Nicht weit entfernt stehen zwei weitere steingewordene Entwürfe Chochols. Die Villa Kovařovic an der Libušina 49/3, ebenfalls 1912-13 entstanden, bietet vor allem auf der Gartenseite einen spektakulären Anblick und ist ein Beispiel für Kubismus in seiner reinsten Form. Selbst die Zaunpfosten sind kubistisch gestaltet. Auch das Mehrfamilienhaus an der Neklanova 98/30 aus dem Jahre 1913 gilt als kubistisches Paradebeispiel und hat in den fast hundert Jahren nichts von seinem futuristischen Charme eingebüßt. Sogar die Türklinke der Eingangstür hat Chochol kubistisch gestaltet. Besonders faszinierend ist bei sonnigem Wetter das Wechselspiel von Sonne und Schatten auf der Fassade. Im Erdgeschoss lädt ein Restaurant Besucher zum Kaffee- oder Biertrinken ein.

Josef Gočárs - "Haus zur schwarzen Mutter Gottes", ist heute ein Kaufhaus

Auch die von Chochol entworfenen kubistischen Möbelserien gehören, ebenso wie seine beeindruckenden Bauwerke, zu den besten Beispielen des Kubismus. Die kubistischen Architekten wollten ein Gesamtkunstwerk aus Architektur, Interieur und Möbeln schaffen. Sie lehnten die Priorität der Funktionalität und Zweckmäßigkeit ab. Die Möbel muten fast futuristisch an, aber sehen nicht unbedingt bequem aus. Die komplizierten Möbelentwürfe waren mit der herkömmlichen Tischlertechnik nicht umzusetzen. Um ihre Entwürfe für die Möbelproduktion auch umsetzen zu können, gründeten Janák, Hofmann und Chochol 1912 die Prager Kunstwerkstätten.

Im Museum des tschechischen Kubismus in Prag, das selbst als Perle kubistischer Architektur gilt, kann man beeindruckende kubistische Möbel und kubistische Gebrauchsgegenstände entdecken.


Wien – Es lebe der Zentralfriedhof!

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Warum bei einer Klassenfahrt nach Wien ausgerechnet ein Friedhof ein durchaus interessantes Ausflugsziel ist, wollen wir im heutigen Beitrag beleuchten.

Der Wiener Zentralfriedhof wurde 1874 eröffnet, da auf den anderen Friedhöfen kein Platz mehr vorhanden war. Er liegt – im Widerspruch zu seinem Namen – am südöstlichen Stadtrand im Bezirk Semmering, welcher zum Zeitpunkt des Baus noch gar nicht zum Stadtgebiet gehörte. Da die Stadt plante, dass der Friedhof über mehrere Jahrzehnte in Gebrauch sein soll, besitzt er eine Fläche von fast 2,5 km². Dies macht ihn zur größten Friedhofsanlage Europas.

Auf dem Zentralfriedhof sind ca. 3 Millionen Wiener bestattet – das sind doppelt so viele wie lebende – und etwa die Hälfte aller Wiener, die jemals gelebt haben! Damit ist er ein fester Bestandteil der Wiener Kultur – und über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt: kaum eine Stadt kann ähnliche Zahlen vorweisen.

Eine besondere Sicht auf den Zentralfriedhof hat der österreichische Liedermacher Wolfgang Ambros, der als Begründer des “Austropops” gilt. In einem seinem bekanntesten Lieder “Es lebe der Zentralfriedhof” besingt er die Gleichheit der Menschen – und beruft sich hierbei auf die Toten – welche unabhängig vom Stand hier begraben liegen. Zitat:

“Es lebe der Zentralfriedhof, die Szene wirkt makaber.
Die Pforrer tanz’n mit die Hur’n, und Juden mit Araber.”

Neugierig? Hier noch einmal das Lied in voller Länge:

Der Friedhof ist so groß, dass sogar ein Bus mit 19 Haltestellen zum Einsatz kommt. Auch die Durchfahrt mit dem eigenen Auto ist gegen eine kleine Gebühr gestattet. Der Friedhof ist in mehrere Abteilungen gegliedert. Es gibt eine buddhistische, eine evangelische, eine islamische, eine jüdische und eine orthodoxe Abteilung.

Einer der Hauptanziehungspunkte der Friedhofsanlage ist ohne Zweifel die 1910 erbaute Karl-Borromäus-Kirche. Im Zweiten Weltkrieg war das Areal des Zentralfriedhofes Ziel von Bombenangriffen, weil sich in der Nähe strategisch wichtige Industriegebiete befanden. Auch die Karl-Borromäus-Kirche wurde nicht verschont: Eine Brandbombe zerstörte die Kuppel 1945 und zog auch noch andere Gebäude in der Umgebung in Mitleidenschaft. Nach Kriegsende wurde schnell mit Instandsetzungsarbeiten begonnen – der Wiederaufbau dauerte bis in die 1950er Jahre an.


Klabautermann – der Schutzpatron der Schiffe und der Seeleute

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„Das ist der gute, unsichtbare Schutzpatron der Schiffe, der da verhütet, dass den treuen und ordentlichen Schiffern Unglück begegne, der da überall selbst nachsieht, und sowohl für die Ordnung wie für die gute Fahrt sorgt. Den Klabautermann hört man im Schiffsraume, wo er die Waren gern noch besser nachstaue, daher das Knarren der Fässer und Kisten, wenn das Meer hochgehe, daher bisweilen das Dröhnen der Balken und Bretter, oft hämmere der Klabautermann auch außen am Schiffe, und das gelte dann dem Zimmermann, der dadurch gemahnt werde, eine schadhafte Stelle ungesäumt auszubessern; am liebsten aber setze er sich auf das Bramsegel, zum Zeichen, dass guter Wind wehe oder sich nahe. Den Klabautermann sieht man nicht, auch wünsche keiner ihn zu sehen, da er sich nur dann zeige, wenn keine Rettung mehr vorhanden sei.“

Auf den Spuren des Klabautermannes - Segeln auf dem Ijsselmeer

Ein Zitat von Heinrich Heine, welches vor allem bei unseren Segel-Klassenfahrten auf dem Ijsselmeer oder der Ostsee eine Rolle spielen könnte. Im folgenden Beitrag erfahren Sie mehr darüber. mehr